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Über den Autor

Seit meiner Jugend interessiere ich mich dafür, wie man vor Ort, in der eigenen Gemeinde und im eigenen Landkreis, dazu beitragen kann, das gesellschaftliche Leben gerecht und nachhaltig zu gestalten.

fk_400x766_72_16_9_16Mein politisches Interesse und Engagement haben ihre Wurzeln hauptsächlich in der Naturschutz-, Ökologie- und Anti-Atom-Bewegung. 1986 wurde ich mit Prof. Dr. Rolf Bertram und Gertrud Westland in den Vorstand des Kreisverbands Osterode der Partei Die Grünen gewählt. 1988 trat ich die Nachfolge von Hans Kühn als grüner Ratsherr im Rat der Stadt Osterode an, dem ich bis 1991 angehörte. Ich studierte Landschaftsarchitektur und Freiraumentwicklung an der Universität Hannover und wurde 1996 in den Rat der Stadt Pattensen gewählt. 1998 wurde meine Tochter Sophie Charlotte geboren. 1999 begann ich als Texter in einer Göttinger Kommunikationsagentur. 2000 wurde ich dort Redaktionsleiter Online. Entsetzt über die Regierungspolitik von Bündnis 90/Die Grünen, insbesondere über die deutsche Beteiligung am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien, verließ ich die Grünen. 2003 wurde ich Mitglied bei ver.di, 2005 bei Attac. Am 22. Januar 2005 nahm ich – eigentlich eher aus beruflichen Gründen – an einer Pressekonferenz in Göttingen mit den Gründern der WASG, Sabine Lösing, Klaus Ernst und Thomas Händel teil. Was sie sagten, klang für meine Ohren ziemlich „ungelenk“. Aber was kann man von Gewerkschaftssekretären schon anderes erwarten? Ich wollte es selbst ausprobieren und beteiligte mich an der Gründung des Osteroder Kreisverbandes der WASG und bald auch der Linkspartei.

Ein Jahr später, bei der Kommunalwahl 2006, wählte man mich in den Rat der Stadt Herzberg. Damit hatte ich gar nicht gerechnet – zumal ich wenige Wochen zuvor als verantwortlicher Redakteur ans IT-Magazin „Resoom“ nach Wiesbaden berufen wurde. Daher übergab ich das Ratsmandat an Ilyas Cangöz. Da ich ihm diesen “Job” eingebrockt hatte, bemühte ich mich, Ilyas nach Kräften bei seiner Ratsarbeit zu unterstützen. Ich schrieb zahlreiche Anträge und Anfragen während der Wahlperiode 2006-2011. Erinnerlich mögen dem einen oder der anderen noch die Teilnahme des Herzberger Bürgermeisters Walter am NPD-Parteitag in Scharzfeld sein, die wir im Rat sehr kritisch “hinterfragten”, unsere Anträge zu sozial gerechter gestaffelten Kindergartengebühren und zu Sozialtarifen oder die von uns beantragte Aberkennung der Ehrenbürgerschaft des einstigen Nazifunktionärs Muhs.

Bei der Kreiswahl am 11. September 2011 errang ich für DIE LINKE ein Mandat. Seit dem 1. November 2011 bin ich Kreistagsabgeordneter – noch bis zum 31. Oktober 2016 – in der letzten Wahlperiode, die der Landkreis Osterode erleben wird. Am 3. März 2016 habe ich DIE LINKE verlassen, denn die Partei hat sich in den Monaten zuvor, beeinflusst von autoritären Kräften und sektiererischen Splittergruppen, im Land Niedersachsen zunehmend radikalisiert und im Innern auf undemokratische und autoritäre Weise entwickelt. Im Altkreis Osterode mangelt es seit jeher an Mitstreitern, die intellektuell, menschlich und politisch in der Lage wären, dem etwas entgegenzusetzen, und in Göttingen haben sich die moderateren Protagonisten längst mit der autoritären Mehrheit arrangiert, um ihre Besitzstände zu wahren. Auf Bundesebene waren zu Beginn des Jahres 2016, etwa in der Flüchtlingsfrage, wiederholt rechtspopulistische Zwischenrufe zu vernehmen, zuvor bereits fragwürdige Sympathien einzelner Bundestagabgeordneter zu Verschwörungstheoretikern bis hin zu antisemitischen Entgleisungen. Unterm Strich ist für Niedersachsen und vermutlich auch andere „alte“ Bundesländer mit Bedauern festzustellen, dass sich DIE LINKE hier nicht zu jener progressiven und emanzipatorischen Reformkraft entwickelt hat, die sich viele von uns vor zehn Jahren gewünscht und erhofft hatten.

Wenn der Kreis Osterode zum 1. November 2016 mit dem Landkreis Göttingen „fusioniert“, wird seine 131-jährige Existenz als Gebietskörperschaft zuende gehen. Ich habe gegen die Vereinigung mit Göttingen politisch gekämpft, weil ich in der Ausrichtung zum Harz hin und in der Partnerschaft mit Goslar eine bessere Zukunft für unsere Region gesehen habe. Nun sind die Würfel freilich gefallen, und Demokraten müssen Mehrheitsentscheidungen akzeptieren. Gleichwohl werde ich in der Übergangszeit und auch nach vollzogener Fusion die politische Entwicklung weiterhin kritisch und konstruktiv begleiten – und zumindest im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten alles dafür tun, dass sich die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Disparitäten zwischen dem Göttinger Raum und unserer Region nicht noch weiter verschärfen werden.

Glückauf,
Ihr Frank Kosching

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