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Reuters „Unternehmerfrühstück“ – Harzkurier eröffnet Landratswahlkampf

Hätte ich mich gestern Morgen zu sage und schreibe 8.00 Uhr (!) zum „Unternehmerfrühstück“ nach Herzberg begeben, wäre ich nicht nur in den Genuss von Reuters Vorwahlkampfmärchenstunde gekommen, sondern hätte dieselbe wohl auch nicht unwidersprochen gelassen. Letztendlich also doch ganz gut, dass ich trotz Anmeldung nicht teilnehmen konnte, denn sonst wären dem einen oder anderen womöglich noch vor Schreck Schulzes delikate Frühstücksschmankerl aus der Backentasche gerutscht.

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Rainer Härtl, der in den ersten 18 Zeilen seines „Kommentars“ offenbar noch unschlüssig war, ob er einen Bericht, einen Kommentar oder doch lieber eine Laudatio verfassen soll, hat sich dann für die Laudatio enschieden. Dabei ist er der traditionellen Rolle des Harzkurier, den politisch Herrschenden durch untertänigstes journalistisches Bücken zu gefallen, treu geblieben. Ob SPD-Mitglied oder nicht – Härtl rühmt Reuter, bis es wehtut, und macht auf diese Weise – nolens, volens – auch Werbung in puncto Landratswahlkampf.

2016_5_25_HK_Untfrst_komm_HMit Journalismus hat das nichts mehr zu tun, mit einem „Kommentar“ sowieso nicht. Ein richtiger Journalist hätte dieses Format genutzt, um kritische Fragen zu Reuters interessengeleiteter Schönfärberei zu formulieren. Die wären bitternötig gewesen, denn Südniedersachsen ist eine zutiefst strukturschwache Region, woran weder der Beitritt des Kreises Osterode zum Landkreis Göttingen noch das Südniedersachsenprogramm in seiner jetzigen Form etwas ändern können. Im Gegenteil: Wenn der stärkere Teil des Kreises Osterode ab dem 1. November näher in Richtung Göttingen rückt, droht den schwachen Teilräumen Bad Grund und Südharz (Bad Lauterberg, Bad Sachsa, Walkenried) ein beschleunigter wirtschaftlicher und sozialer Abstieg

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