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Vom Umgang mit der journalistischen Sorgfaltspflicht

Michael Paetzold bezeichnet mich in seinem Bericht „Weg frei für Ravensberg-Planung“ über die Kreistagssitzung vom 13. Juni an drei Stellen als „Abgeordneten der Linken“ bzw. als „Linken“. Tatsächlich habe ich den Kreisverband Osterode der Partei Die Linke gemeinsam mit einem weiteren Kreisvorstandsmitglied am 15.12.2014 verlassen. Am 4.3.2016 bin ich aus der Gesamtpartei ausgetreten. Der Harzkurier hat darüber berichtet. Ich gehöre keiner Partei an.

Herr Paetzold schreibt im selben Artikel, ich hätte dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen vorgeworfen, in „nichtöffentlicher Sitzung“ die Ravensberg-Planung anders bewertet zu haben, als es seinem Votum bei der Abstimmung entspreche. Tatsächlich handelte es sich aber um den öffentlichen Teil der betreffenden Sitzung des Umweltausschusses des Kreistags vom 9.6.2016 (bei der freilich weder Bürger als Zuhörer noch Pressevertreter anwesend waren). Diese Unterscheidung ist sehr wichtig, denn aus öffentlicher Sitzung darf bekanntlich im Detail zitiert werden. Die im Harzkurier-Artikel wiedergegebene Aussage von Herrn Rordorf, aus naturschutzfachlicher Sicht stehe dem Beschluss, also der Entlassung aus dem LSG, nichts entgegen, mag zutreffen. Doch die von mir zitierte Rordorf-Einlassung im Ausschuss bezog sich auf etwas völlig anderes: Es handelte sich dabei um eine Bewertung des Planungsentwurfs und der Abwägung zur naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung.

2016_6_15_HK_KT_Ravensberg_Herr Rordorf warf mir in der Kreistagssitzung vor, ich sei zur Umweltausschusssitzung zu spät erschienen, und Herr Paetzold hat dies in seinem Artikel entsprechend reportiert. Dieser Vorwurf ist jedoch nicht nur „polemisch“, sondern vor allem gegenstandslos; und zwar deshalb, weil ich gar nicht Mitglied im Umweltausschuss bin, sondern lediglich als Zuhörer teilgenommen habe. Dieser Hinweis ist wichtig, denn beim Leser sollte nicht der irreführende Eindruck erweckt werden, ich vernachlässigte meine Pflichten. Ferner lege ich Wert darauf, dass ich den Kontext um die in Rede stehende Äußerung von Herrn Rordorf selbstverständlich vollständig erfasst habe, sonst hätte ich ihn weder zitiert noch bewertet.

Es bleibt also bei meiner Schlussfolgerung: Herr Rordorf hält ausweislich seiner Einlassung im Umweltausschuss den B-Plan-Entwurf Nr. 31 aus naturschutzfachlicher Perspektive für kritikwürdig, und darin kann man ihm nur zustimmen.

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