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Mein Austritt aus der Partei Die Linke

Soeben habe ich die Mitgliederverwaltung des Landesverbandes Niedersachsen über meinen sofortigen Austritt aus der Partei Die Linke informiert.

Seit 2007 gehörte ich dieser Partei an. Zuvor hatte ich 2005 im Landkreis Osterode die Kreisverbände der WASG und der Linkspartei mitgegründet und zwei Jahre später die Vereinigung zur Partei Die Linke mitvollzogen.

Die Ursachen für den Austritt aus der Partei liegen ausschließlich im Landesverband Niedersachsen und im Kreisverband Göttingen begründet, zu dem nun auch das Gebiet des Landkreises Osterode gehört. Die Führung des Kreisverbandes Göttingen halte ich sowohl menschlich als auch politisch für inakzeptabel. Der Einfluss der radikalen trotzkistischen Splittergruppe SAV ist meiner Einschätzung nach groß.
Auch landesweit befindet sich die Partei aktuell auf einem Kurs, den ich nicht mittragen kann. Die aktuelle Führung, die sich zum großen Teil aus Vertrauten des ehemaligen Schlagerkomponisten, Musikproduzenten und Bundestagsabgeordneten Dr. Diether Dehm zusammensetzt, wirkt auf mich im innerparteilichen Umgang autoritär und undemokratisch, in der politischen Ausrichtung radikal und dogmatisch. Gleichzeitig sehe ich im Umfeld, aber auch teilweise innerhalb von Parteistrukturen, rechtspopulistische Tendenzen und Äußerungen, die ich schärfstens verurteile.

Ich bleibe den Idealen treu, die mich vor mehr als zehn Jahren in diese Partei geführt haben. Geändert hat sich leider – zumindest in Niedersachsen – diese Partei. Da ich in unserer südniedersächsischen Region beheimatet bin und auch politisch wirken möchte, nützt es mir nichts, dass Die Linke in anderen Landesverbänden, etwa in Thüringen oder in Sachsen-Anhalt, ausgezeichnete professionelle und pragmatische Politik betreibt, während sie in Niedersachsen auf K-Gruppen-Niveau sektiert.
Die Menschen, die mich 2011 in den Osteroder Kreistag gewählt haben, wollten sicher Inhalte vertreten sehen. Viele dieser Inhalte habe ich, wie ich meine, in zahlreichen Anträgen, Anfragen, Redebeiträgen und öffentlichen Stellungnahmen in den vergangenen viereinhalb Jahren engagiert vertreten – ob sie der Mehrheit gefallen haben oder nicht. Das möchte ich bis zum Ende der laufenden Wahlperiode fortsetzen. So soll für mich auch fürderhin das Motto gelten, dem ich mich verpflichtet sehe – nicht als stures Prinzip aus Selbstzweck, sondern, wann immer erforderlich, als Gebot des Gewissens: Etiam si omnes, ego non.

Frank Kosching
Osterode am Harz, den 3.III.2016

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