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LINKE will Nazi Muhs die Herzberger Ehrenbürgerschaft aberkennen

P R E S S E M I T T E I L U N G vom 15. Januar 2009

Der Herzberger Ratsherr und Vorsitzende der Gruppe DIE GRÜNEN/DIE LINKE, Ilyas Cangöz, hat mit Schreiben vom 15.01.2009 im Rat beantragt, dem ehemaligen Hildesheimer Regierungspräsidenten Dr. Hermann Muhs posthum die Ehrenbürgerschaft der Stadt Herzberg am Harz zu entziehen.

„Es ist ein Skandal, dass Muhs, der schon vor der Machtübergabe an die Faschisten 1933 ein glühender Nationalsozialist war, unbemerkt bis zum heutigen Tage als Ehrenbürger in den Herzberger Büchern geführt wird“, betont Cangöz. „Ein ganz besonderes Verdienst unseres ehemaligen Stadtdirektors Wolfgang Müller ist es, auf diesen unerträglichen Umstand hingewiesen zu haben. Wir sind Herrn Müller und seinem Einsatz für unser demokratisches Gemeinwesen dankbar“, so der Ortsvorsitzende der Partei DIE LINKE.

Fehlendes Demokratieverständnis offenbart nach Ansicht der LINKEN hingegen Bürgermeister Walter. In einer Miteilungsvorlage für den Verwaltungsausschuss sprach sich der ehemalige Polizist gegen eine förmliche Aberkennung von Muhs’ Ehrenbürgerschaft aus, um damit kein Medieninteresse zu wecken. „Im Klartext: Gerhard Walter wollte den Sachverhalt vor den Medien vertuschen, anstatt offensiv gegen die Nazi-Ehrenbürgerschaft Stellung zu beziehen“, kritisiert Frank Kosching, stellvertretender Kreisvorsitzender und Geschäftsführer der LINKEN, den Herzberger Bürgermeister.

„Ich habe heute morgen mit Stefan Schölermann telefoniert und ihm für die umgehende Veröffentlichung seines Beitrags über Walters gescheiterten Vertuschungsversuch gedankt“, so Kosching weiter. Der Journalist und Redakteur von NDR Info hatte über die Sitzung des Verwaltungsausschusses im Radio und im Weserkurier berichtet.

Nach Ansicht der LINKEN lässt der Herzberger Bürgermeister damit erneut eine deutliche persönliche und politische Abgrenzung von alten und neuen Nazis vermissen. Schon im April 2007 hatte er Herzberg bundesweit unrühmliche Schlagzeilen verschafft, als er von einem NDR-Kamerateam auf dem NPD-Landesparteitag erwischt worden war. Auch diesmal ist es einem engagierten Journalisten zu verdanken, dass es Gerhard Walter nicht gelungen ist, die bis zum heutigen Tage währende Ehrenbürgerschaft eines überzeugten Nazis unter den Teppich zu kehren.

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