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Kreisfusion zum 1. November: Interessen des Altkreises kritisch, konstruktiv und selbstbewusst einbringen

In sechs Wochen, am 31. Oktober endet die 131einhalb-jährige Geschichte des Landkreises Osterode am Harz. Was am 1. April 1885 aus unserer Stadt Osterode und den Ämtern Osterode und Herzberg im Rahmen der kommunalen Restrukturierung der Provinz Hannover entstand, wurde nach dem Krieg durch Bad Sachsa und Tettenborn aus der alten preußischen Grafschaft Hohenstein bzw. dem Landkreis Nordhausen ergänzt. 1972 kamen im Zuge der Gebietsreform durch die Auflösung des „Restkreises“ Blankenburg sowie der Landkreise Zellerfeld und Gandersheim die späteren Samtgemeinden Walkenried und Bad Grund hinzu. Nun wird der Kreis Osterode seinerseits in Gänze dem Landkreis Göttingen einverleibt. De facto ist das längst geschehen, am 1. November wird nur noch der Schalter umgelegt.Ein gemeinsamer Neustart etwa unter dem Namen „Landkreis Südniedersachsen“, der auch zu einem ggf. späteren Beitritt des Kreises Northeim kompatibel gewesen wäre, wurde von Osteroder Seite gar nicht erst vorgeschlagen.

Abgestraft wurde bei der Kommunalwahl erwartungsgemäß nicht.
Mehr als drei Jahre nach den entsprechenden Kreistagsentscheidungen haben sich viele Bürger mit der von SPD und Grünen seinerzeit brachial durchgesetzten Neuordnung arrangiert, das hat das Ergebnis der Kreiswahl am 11. September gezeigt.  Ein „Abstrafen“ der verantwortlichen Parteien und Akteure konnte man realistischerweise nicht erwarten, dezidiert fusionskritische Kräfte scheiterten bei der Wahl und sind im Kreistag 2016-21 nicht vertreten. Daraus abzuleiten, es bestehe künftig kein Anlass mehr zu einer konstruktiv-kritischen politischen Begleitung des „Zusammenwachsens“ unserer Region mit dem bisherigen Kreis Göttingen, wäre gleichwohl die falsche Schlussfolgerung. Im Gegenteil sollte dazu jetzt der Startschuss erfolgen.

Interessengemeinschaft für den Altkreis in Stellung bringen
In strukturierter und nachhaltiger Form sollten sich nun demokratische Kräfte und Einzelpersonen auf neuer organisatorischer Grundlage als gebündelte Interessengemeinschaft für den Altkreis Osterode zusammenschließen und eine Strategie für die kritisch-konstruktive außerparlamentarische Arbeit beraten. Dazu dürfte auch die Frage gehören, wie ein gezieltes politisches „Monitoring“ für die Teilräume Bad Grund und Südharz organisiert werden kann, die als strukturschwache, periphere und demographisch kritische Regionen besonders gefährdet sind, abgehängt zu werden. Von Vorteil dürfte in diesem Zusammenhang die personelle Verankerung in den Gemeinderäten Bad Grund und Bad Lauterberg sein. Für wichtig halte ich eine noch effizientere Nutzung der sozialen Medien Facebook und Twitter sowie eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit über die Lokalpresse hinaus – bis hin zu einem eigenen Medium, das dezidiert als Sprachrohr des Altkreises fungieren könnte.

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