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8. Mai – Tag der Befreiung vom Faschismus

Am 8. Mai 1945 wurden die Menschen in Europa vom deutschen Faschismus und einem weltweiten Angriffs- und Vernichtungskrieg befreit. Wie kein anderes Datum steht dieser Tag in der deutschen und europäischen Geschichte für das Ende von millionenfachem Massenmord, Krieg, Elend und Willkür. Mehr als 55 Millionen Menschen fielen Naziterror, Holocaust und Vernichtungskrieg zum Opfer. Sie bezahlten den deutschen Griff nach der Weltherrschaft mit unvorstellbarem Leid und ihrem Leben.

Dies sollte Anlass sein, aller Opfer zu gedenken, der Kämpfenden im Widerstand, der Unterdrückten, der Traumatisierten. Mit Dankbarkeit und Achtung vor den Opfern wollen wir uns des Beitrags besinnen, den der antifaschistische Widerstand in Deutschland, in der Emigration, als Teil von Partisanenverbänden und in den Streitkräften der Anti-Hitler-Koalition geleistet hat.
In Osterode war das Naziregime schon am 11. April beendet, demselben Tag, als das KZ Buchenwald und seine Außenstelle Mittelbau-Dora nördlich von Nordhausen durch die 3. US-Armee befreit wurden. Leider waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viele Menschen vor Ort, weil die Nazis seit dem Vorrücken der Alliierten die Lager „evakuiert“ und tausende Menschen auf Todesmärsche vor allem ins KZ Bergen-Belsen geschickt hatten. Solche Märsche führten auch durch den Harz. Ihrer Opfer gedachten wir am 14. April auf dem Iberg bei Bad Grund.

Für Osterode am Harz blieb trotz einiger Zerstörungen und zahlreicher Opfer (Schätzungen belaufen sich auf etwa einhundert Tote, genau Angaben liegen nicht vor, und es ist auch nicht ganz klar, wie sich die Opfer auf Wehrmachtsangehörige und Zivilisten verteilten) unter der Bevölkerung die große Katastrophe aus. Dabei gehörte unsere Stadt nicht zu jenen Bereichen, in denen sich die verbliebenen Wehrmachtsverbände nach massiven Angriffen der Amerikaner ohne sinnloses Ausharren zurückzogen. Osterode war gewissermaßen ein Eingangstor zum Harz, der als „Festung“ hartnäckig verteidigt werden sollte. Glücklicherweise wurde die von der Propaganda proklamierte und von der NS-Führung befohlene Politik der „verbrannten Erde“ durch die Wehrmacht nicht umgesetzt.

Es ist an der Zeit, dass der 8. Mai als Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg auch in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag wird. An diesem Tag soll vor allem an die Hoffnung der Befreiten auf eine Welt ohne Kriege, Elend und Unterdrückung erinnert und diese als Ansporn verstanden werden, weiter an der Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit zu arbeiten, so wie es die befreiten Häftlinge von Buchenwald geschworen haben.

Dies bedeutet, die Vernichtung des Faschismus mit all seinen Wurzeln voranzutreiben, wie es weiter im Schwur von Buchenwald heißt. Ein Anfang kann etwa das Verbot der NPD sein.

Ich begrüße die zahlreichen Aktivitäten von antifaschistischen Bündnissen, Organisationen und Einzelpersonen., sodass der 8. Mai nicht in Vergessenheit geraten kann.

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