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Tag der Befreiung: Das Gedenken verpflichtet

Wie geht man in der Kommune mit dem heutigen Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung vom Naziregime um? Doch folgerichtig so, dass man aus dem Gedenken dessen Essenz gewinnt und aufrecht, couragiert und konsequent gegen die neue Gefahr für unsere Demokratie kämpft! Wie einst die NSDAP erringt die AfD Wahlsieg um Wahlsieg und täuscht die Menschen auf nachgerade perfide Weise.

Heute vor 71 Jahren, am 8. Mai 1945, wurden die Menschen in Europa vom deutschen Faschismus und einem weltweiten Angriffs- und Vernichtungskrieg befreit. Wie kein anderes Datum steht dieser Tag in der deutschen und europäischen Geschichte für das Ende von millionenfachem Massenmord, Krieg, Elend und Willkür. Mehr als 55 Millionen Menschen fielen Naziterror, Holocaust und Vernichtungskrieg zum Opfer. Sie bezahlten den deutschen Griff nach der Weltherrschaft mit unvorstellbarem Leid und ihrem Leben. Demokraten und Antifaschisten gedenken am heutigen Sonntag der Opfer – der Kämpfenden im Widerstand, der Unterdrückten, der Traumatisierten. Mit Dankbarkeit und Achtung vor den Opfern wollen wir uns des Beitrags besinnen, den der antifaschistische Widerstand in Deutschland, in der Emigration, als Teil von Partisanenverbänden und in den Streitkräften der Anti-Hitler-Koalition geleistet hat.

Erkennbare Parallelen
Wie die NSDAP zu Beginn der 1930er Jahre feiert heute wieder eine rechtsextreme Partei erschreckende Wahlerfolge, die einfache Lösungen verspricht und für Nationalismus, Rassismus und Hass auf fremde Religionen und Kulturen steht. Wie die einstige Nazi-Partei, so gibt sich auch die heutige AfD als Retterin des kleinen Mannes aus und ist doch in Wirklichkeit das genaue Gegenteil: Mit einem erzkonservativen Weltbild will sie überkommene Herrschafts- und Besitzverhältnisse zementieren und auf diese Weise sicherstellen, dass die Reichen und Mächtigen ihre Herrschaft ausbauen können und die Schwachen, die Hartz-IV-Bezieher, die prekär Beschäftigten, die Alleinerziehenden, die chronisch Kranken und viele andere Menschen mittel- und machtlos bleiben.

Haltung zeigen – Veranstaltung zur AfD endlich nachholen!
Demokraten sollten sich über Weltanschauungs- und Parteigrenzen hinweg zur Wehr setzen gegen die neuen Demokratieverderber und Verfassungsfeinde. In diesem Zusammenhang ist, wie ich finde, zu begrüßen, dass das Holzmindener Bündnis gegen Rechts „wieder aktiv“ ist.

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Ich hoffe sehr, dass der Vorstand dieses Vereins nun endlich die Informationsveranstaltung über die AfD nachholen wird, die bereits für den 11. Dezember letzten Jahres geplant war. Für diesen Tag hatte ich im Auftrag des überparteilichen Bündnisses den Soziologen und Extremismusforscher Andreas Kemper in die Holzmindener „Drehscheibe“ eingeladen. Drei Tage vor dem Termin musste ich Herrn Kemper jedoch wieder ausladen, weil die Stadt Holzminden als Träger des Kulturzentrums die Veranstaltung groteskerweise als „parteipolitisch“ einstufte und weder Jürgen Hesse noch Achim Bartels noch Sabine Golczyk hinreichend couragiert waren, diesem absurden Verdikt etwas entgegenzusetzen. Seinerzeit versprach man, die Veranstaltung im Januar in anderer Räumlichkeit nachzuholen. Bis heute ist nach meinem Kenntnisstand nichts geschehen.

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