Kreisrat Riethig will die Oberschulen Herzberg und Hattorf fusionieren und den Standort Wulften schließen

Sozialdezernent Marcel Riethig hat dem am kommenden Donnerstag tagenden Schulausschuss des Kreistags eine Vorlage zukommen lassen, in der er vorschlägt, die Oberschule Hattorf im Altkreis Osterode mit der Oberschule Herzberg zu fusionieren und die Außenstelle Wulften der OBS Hattorf bereits zum 1. August 2018 zu schließen. Obwohl Riethig beteuert, die zuständigen Akteure seien bereits informiert und eingebunden, hat der Vorstoß für Unverständnis beim Hattorfer Samtgemeindebürgermeister Rolf Hellwig und beim nach eigenen Angaben völlig überraschten Schulleiter der OBS Hattorf, Klaus Wagner, geführt. Kreisrat Riethig hält die Maßnahme für notwendig und sieht sie als Konsequenz aus der Elternbefragung zur Schulentwicklungsplanung. Die betroffenen Eltern sind empört und haben in Facebook Widerstand angekündigt.

Ob die Hattorfer und Wulftener mit Derartigem gerechnet haben, als sie der Fusion des Landkreises Osterode mit Göttingen mehrheitlich zustimmten? Nun müssen sich all jene bestätigt sehen, die von der Schulentwicklungsplanung des Kreises eine weitere Ausdünnung des Angebotes im Altkreis Osterode erwartet haben. Wer mit dem Rotstift regionale Daseinsvorsorge im ländlichen Raum gestalten will, macht Politik gegen die Bürger vor Ort.
Und stilistisch haben Herr Reuter und Herr Riethig noch immer nicht gelernt, wie man mit den Befindlichkeiten der Menschen umgeht. Dazu gehört auch, in Verbindung mit der Schulentwicklung quasifeudalistisch in der Ich-Form zu sprechen. Das ist schlicht gedankenlos und schlechter Stil. Betroffene erfahren erst aus der Zeitung, wie ihre Zukunft aussehen soll.

Wie glaubwürdig sind eigentlich Workshops des Referats für Demografie und Sozialplanung der Kreisverwaltung Göttingen zur regionalen Daseinsvorsorge für Ältere im ländlichen Raum, wenn der Soziadezernent höchstselbst die Axt an die Daseinsvorsorge für die ganz Jungen legt? Nach Aussage von Schulleiter Klaus Wagner gibt es hinsichtlich der Auslastung der OBS keinerlei Grund für eine Schließung des Standorts Wulften noch in diesem Jahr.


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