Tragikomische Realsatire: der Herzberger Schulkinderhort

Die Geschichte um den Herzberger Schulkinderhort ist eine tragikomische Realsatire: Fachbereichsleiter Michael Nienstedt behauptet im Harzkurier vom 28. März 2017, der Landkreis wolle sich aus der Finanzierung komplett zurückziehen und auf die vier Förderplätze verzichten.

Sofort dementiert Landkreissprecher Ulrich Lottmann: Im Harzkurier-Beitrag vom 30. März weist er „entsprechende Darstellungen […] ausdrücklich als falsch zurück.“ Vielmehr wolle der Landkreis Göttingen (als Rechtsnachfolger des Landkreises Osterode) für seine vier Förderplätze nicht länger 90 Prozent der Gesamtkosten tragen und daher die Finanzierung neu verhandeln.

Doch geht die Stadt Herzberg darauf ein? Mitnichten! Statt zu verhandeln, will sie den landesweit, vermutlich sogar bundesweit einzigen Integrationshort auf eine Regeleinrichtung ohne Integrationsplätze zurückstutzen.

Dass zahlreiche Eltern ihr Kind bislang in diesem Hort womöglich gerade deswegen angemeldet hatten, weil er aufgrund seiner qualifizierten Betreuung ein besonders wertvolles Angebot war – auf diese Idee scheint niemand zu kommen, weder im Jugend- und Sozialausschuss Ende April, noch im Verwaltungsausschuss.

Und so beschließt der Rat auf Vorschlag der Verwaltung – ohne auch nur eine einzige kritische Stimme – am 10. Mai, den Hort im Domeyerpark mit reduziertem Personal und unterm Strich höheren Elternbeiträgen in Eigenregie zu betreiben.

Schlechteres Angebot zum höheren Preis – kommt das an? Wohl nicht. Da wurde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Sehr schade.

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