„Zettel am Zeh“ in Bad Lauterberg: Zeit für den Ladenschluss!

Das Tattoo-Studio „Zettel am Zeh“ in der Hauptstraße 175 in Bad Lauterberg, dessen Internetseiten inzwischen vom Provider entfernt wurden, steht nach Aussagen von Beobachtern im Ruf, ein rechtsextremistisches Zentrum zu sein. So fokussierte sich auch ein Zwischenstopp bei der antifaschistischen Demonstration am 19. Januar 2008 mit entsprechendem Redebeitrag auf dieses Thema. Wir sind der Meinung, dass die Stadt Bad Lauterberg und der Landkreis Osterode alles tun sollten, um eine Schließung des Geschäfts noch in diesem Jahr zu erreichen. Wie uns bekannt ist, ist „Zettel am Zeh“ inzwischen ins Zentrum überregionaler antifaschistischer Aktivitäten gerückt. In diesem Zusammenhang soll auf eine ähnliche Situation in Peine hingewiesen werden, wo im Sommer dieses Jahres ein Ladengeschäft der bei Rechtsextremisten beliebten Oberbekleidungsmarke Thor Steinar eröffnet worden war. Hier kam es sehr rasch zu deutlichem Widerstand bei den Peiner Bürgerinnen und Bürgern. Im September flog schließlich ein Stein ins Schaufenster.

Unter der Überschrift „Schaufenster beschädigt“ berichtete die Peiner Allgemeine Zeitung (PAZ) am 22. September 2008:

«Peine »(jö). Sachbeschädigung mit politischem Hintergrund? In der Peiner Innenstadt wurde in der Nacht von Freitag auf Sonnabend kurz nach 5 Uhr bei einem Bekleidungsgeschäft die Schaufensterscheibe mit einem Stein beschädigt. Ein Anwohner, der das Geschehen mitbekommen hatte, alarmierte die Polizei. Der Zeuge will einen Mann mit Kapuzenpullover weglaufen gesehen haben. Eine Fahndung mit drei Streifenwagen blieb erfolglos. Das teilte gestern die Polizei mit. Auf Anfrage der PAZ ergänzte ein Beamter der Dien ststelle, dass es sich bei der Schaufenster-Scheibe um Sicherheitsglas gehandelt habe, daher sei die Scheibe nur gesprungen und nicht komplett zerstört worden. Dennoch entstand nach Informationen der PAZ ein Schaden von etwa 1000 Euro. Zum Hintergrund: Vor zwei Wochen waren neue Betreiber in das Geschäft eingezogen. Sie verkaufen dort Oberbekleidung, die im Ruf steht, von Rechtsextremen getragen zu werden. Aus diesem Grund hatte es in der vergangenen Woche im Gewerkschaftshaus ein Treffen verschiedener linker Gruppen und Vertretern des Bündnisses für Toleranz gegeben. Dort war über die Formierung eines friedlichen Protestes gesprochen worden. Eine Demonstration gegen die Kleidermarke soll am 1. November stattfinden. 22.09.2008 / PAZ Seite 1 Ressort: POLITIK

Genau eine Woche später, am 29. September, war folgender Beitrag in der PAZ zu lesen:

Die für den 1. November geplante Demonstration gegen rechtsextreme Tendenzen in der Stadt Peine ist noch nicht einmal beantragt, bereitet aber bereits Polizei und Stadtverwaltung Bauchschmerzen. Hintergrund ist die Eröffnung eines Geschäftes mit Kleidung der Marke Thor Steinar, die im Ruf steht, bei Menschen mit rechtsextremer Gesinnung beliebt zu sein. Der Laden ist Anlass für das Peiner Bündnis für Zivilcourage und Toleranz, zu einer Demonstration aufzurufen. Der Stein des Anstoßes könnte bis zum Termin bereits aus der Welt sein. Denn offenbar haben sich der Vermieter und die Inhaber des Geschäftes auf einen Auflösungsvertrag geeinigt, der zum 31. Oktober wirksam werden soll. Das sagte der Vermieter gestern auf PAZ-Anfrage. Zu den Bedingungen wollte sich der Hauseigentümer nicht äußern. Fest steht, dass das Geschäft schon seit Tagen nicht mehr geöffnet hat. […]

Offenbar beschleunigen sich Vorgänge, sobald Druck durch Gewalt ausgeübt wird. DIE LINKE im Kreisverband Osterode am Harz findet das bedauerlich und erklärt: Gewalt, gleichgültig, ob sie sich gegen Personen oder Gegenstände richtet, ist kein legitimes Mittel des antifaschistischen Kampfes. Sachbeschädigung bleibt Sachbeschädigung, auch wenn sie politisch motiviert ist. In der Illegalität verliert der antifaschistische Kampf seine Glaubwürdigkeit und seinen Rückhalt in der Gemeinschaft der Demokratinnen und Demokraten.

Wir können nur hoffen, dass die Kommunalpolitik in Bad Lauterberg und im Landkreis Osterode endlich handelt und dafür sorgt, dass „Zettel am Zeh“ unwiederbringlich aus dem Stadtbild Bad Lauterbergs verschwindet! Es wäre besonders tragisch, wenn auch hier Steine flögen.

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