Keinen Fußbreit den Faschisten!

Auf der Kundgebung vor der Demonstration am 19.01.2008 in Bad Lauterberg hielt der Kreisvorsitzende der Partei DIE LINKE und Ratsherr im Rat der Stadt Herzberg, Ilyas Cangöz die nachstehende Ansprache:

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter im antifaschistischen Kampf!

Als Vorsitzender des Alevitischen Kulturvereins und Kreisvorsitzender der Partei DIE LINKE freue ich mich, heute hier zu euch sprechen zu dürfen.

Wir sind heute hier in Bad Lauterberg versammelt, um den Faschisten eine Sache ganz glasklar zu machen: Bis hierhin und nicht weiter!

Wir sind hier. Und wir können jederzeit wiederkommen!
Vergesst euren Plan, Bad Lauterberg und den Südharz zur faschistischen Festung zu machen! An uns kommt ihr nicht vorbei!

Noch niemals zuvor ist es in unserem Landkreis gelungen, ein so breites und schlagkräftiges Bündnis zu mobilisieren. Von den einzelnen Gruppen der Antifaschistischen Aktion über den alevitischen Kulturverein und das Bürgerbündnis Bunt statt Braun bis hin zu gewerkschaftlich organisierten Mitstreitern, den Bündnisgrünen und natürlich der Neuen Linken — alle sind dabei.

Wir haben unterschiedliche Sichtweisen. Wir haben unterschiedliche Politikansätze. Wir haben unterschiedliche kulturelle Gepflogenheiten. Aber uns eint das gemeinsame Ziel:
Nieder mit dem Faschismus – hier und überall!
Die NPD versteckt ihre brutale und menschenverachtende Weltanschauung gern hinter aalglatten Biedermannmasken. Die Wahrheit ist: Gemeinsam mit den gewaltbereiten Nazi-Kameradschaften organisiert sie den faschistischen Terror.

Diesen Terror gibt es nicht nur in den Geschichtsbüchern. Er ist allgegenwärtig. Auch hier, im Landkreis Osterode. Auch hier, vor unserer Haustür, werden MigrantInnen und AntifaschistInnen bedroht, überfallen und terrorisiert. Es ist gerade mal ein Jahr her, als ein großer Backstein durch die Glastür unseres Vereinshauses in Herzberg flog. Wahrscheinlich sind die braunen Verbrecher davon ausgegangen, dass unsere Mitglieder – also Türken und Kurden – anwesend sein würden. Zum Glück war aber keiner da. Wäre jemand drin gewesen, hätte es Verletzte oder sogar Tote geben können!

Aber, liebe MitstreiterInnen, vor allem auch als Kurde weiß ich, was faschistischer Terror bedeutet. Vor kaum 2 Jahren ist mein geliebter Neffe in der Türkei von einem faschistischen Killerkommando ermordet — nein, ich muss sagen: massakriert – worden!

Lasst uns gemeinsam Seite an Seite dafür kämpfen, dass so etwas in Deutschland unmöglich gemacht wird. Nirgendwo anders in Niedersachsen sind so viele Nazikader in einer einzelnen Stadt konzentriert wie in Bad Lauterberg. Es geht nicht nur um die NPD-Kandidaturen für den Landtag. Nicht weit von hier, in Fretterode in Thüringen, wurden bei Thorsten Heise im Oktober 2007 von der Polizei Schusswaffen beschlagnahmt: eine Pistole, eine Maschinenpistole und ein Maschinengewehr! Das, liebe Genossinnen und Genossen, ist organisierter und bewaffneter Terror!

Lasst uns gemeinsam das Faschistenpack und die braunen Terroristen vertreiben! Aber: Dazu brauchen wir keine Gewalt! Heute nicht und auch in Zukunft nicht! Wir lassen uns nicht dazu hinreißen, Gewalt anzuwenden. Nicht gegen Sachen und schon gar nicht gegen Menschen. Wir haben andere Waffen. Unsere gemeinsame Front, unsere Entschlossenheit und unsere Solidarität sind die Waffen, mit denen wir Hahn, Steckel, Schleetz, Triebel, Annett und Michael Müller und alle anderen faschistischen Drahtzieher aus Bad Lauterberg vertreiben werden. Ich appelliere an alle Genossinnen und Genossen: Bleibt bitte friedlich! Nur gewaltlos werden wir das Vertrauen der Menschen gewinnen. Jetzt und in Zukunft. Auch die kleinste Gewaltanwendung würde die antifaschistische Bewegung in unserem Landkreis unglaubwürdig machen und wäre ein Punktsieg für die Faschisten. Lasst das nicht zu. Helft mit und lasst uns gemeinsam siegen!

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